top of page

D-MER: Wenn Stillen kurz unangenehme Gefühle auslöst

  • Autorenbild: Astrid
    Astrid
  • 9. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Für viele Mamas wird Stillen als inniger, emotional verbindendert Moment beschrieben. Umso verunsicherndert ist es, wenn beim Stillbeginn plötzlich unangenehme Gefühle auftreten - Traurigkeit, innere Unruhe, Leere oder sogar Angst.


Oft bleibt diese Erfahrung unausgesprochen. Nicht selten denken betroffene Mamas: "Mit mir stimmt etwas nicht."

Dabei gibt es für dieses Phänomen eine biologische Erklärung: D-MER.


Was ist D-MER?

D-MER steht für Dysphoric Milk Ejection Relfex

Es beschreibt eine körperliche Reaktion, die kurz vor oder während des Milcheinschusses (let-down) auftreten kan.


TYPISCH FÜR D-MER IST:

  • ein plötzlich einsetzendes negatives Gefühl

  • es dauert meist Sekunden bis wenige Minuten

  • es verschwindet von selbst wieder

  • es tritt nicht dauerhaft, sonder reflexartig auf


Wichtig:

  • D-MER ist keine psychische Erkrankung

  • Es ist keine Ablehnnung des Stillens oder des Babys

  • Es sagt nichts über die Bindung oder Mutterliebe aus.


WIE FÜHLT SICH D-MER AN?

Die Empfindungen können sehr unterschiedlich sein. Manche Mamas berichten von:

  • tiefer, kurzer Traurigkeit

  • innere Unruhe oder Nervosität

  • Angstgefühlen

  • einem "Absacken" der Stimmung

  • Leere oder einem schwer zu beschreibenden Unwohlsein

Diese Gefühle kommen ohne bewussten Auslöser und stehen in direktem zeitlichem Zsuammenhang mit dem Milcheinschuss.

Gerade diese Plötzlichkeit macht D-MER so iritierend.


WAS PASSIERT DABEI IM KÖRPER?

Die Ursache von D-MER liegt nicht im emotionalen Erleben, sondern in der Hormonregulation.


Beim Milcheinschuss:

  • wird Oxytocin ausgeschüttet, damit Milch fließen kann

  • gleichzeitig muss Dopamin (ein Botenstoff für Motivation und Stabilität) kurzfristig absinken.

Bei manchen Frauen fällt dieser Dopaminspiegel sehr schnell und stark ab. Dieser rasche Abfall kann die beschriebene dysphorischen Gefühle auslösen.


Es handelt sich also um einen neurobiologischen Relfex, nicht um eine bewusste emotionale Reaktion.


WARUM WIRD D-MER SO SELTEN ANGESPROCHEN?

D-MER ist:

  • weniger bekannt

  • kaum teil der klassichen Stillvorbereitung

  • schwer in Worte zu fassen

  • oft mit Scham oder Schuldgefühlen verbunden


Viele Mamas sprechen erst dann darüber, wenn sie ihre eigenen Reaktionen kaum noch einordnen können.


WAS KANN HELFEN?

Auch wenn D-MER nicht einfach "wegzumachen" ist, empfinden viele Mamas Entlastung durch:

  • Wissen: zu verstehen, was im Körper passiert

  • Beobachtung: den Zusammenhag mit dem Milcheinschuss erkennen

  • Reizreduktion: ruhige Umgebung beim Stillen

  • Atmung & Erdung: bewusste Atmung durch diese kurze Phase

  • Unterstützung: darüber sprechen dürfen, ohne bewertet zu werden


Für einige Betroffene nimmt D-Mer mit der Zeit ab und wird schwächer.


WANN IST UNTERSTÜTZUNG SINNVOLL?

Wenn Stillen emotional sehr belastend wird oder du dich durch die wiederkehrende Gefühle stark verunsichert fühlst, darf das ernst genommen werden.

Eine IBCLC- Stillberaterin kann:

  • helfen, D-MER von anderen Belastungen zu unterscheiden

  • Stillen ganzheitlich betrachten

  • gemeinsam mit dir Wege finden, die Situatione zu erleichtern


Wenn du D-MER erlebst, bist du nicht falsch. Dein Körper reagiert - nicht dein Gefühl für dein Baby.

Stillen ist Biologie, Beziehung und Neurochemie.

Und nicht alles daran fühlt sich immer warum oder leicht an.


Du darfst darüber sprechen.

Und du darfst dir die Unterstützung holen



 
 
bottom of page